Wie Weimars Grünschnitt und Bioabfall eine zweite Chance bekommen

Was passiert eigentlich mit dem Laub aus Weimars Parks, dem Rasenschnitt aus den Gärten und den Bioabfällen aus der Tonne? Die Antwort liegt nur wenige Kilometer östlich der Stadt: In der Kompostanlage Umpferstedt verwandelt die Stadtwirtschaft Weimar organische Abfälle in wertvollen Kompost – und schließt damit einen natürlichen Kreislauf.

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Was macht die Kompostanlage?

Die Kompostanlage Umpferstedt verarbeitet organische Abfälle aus Weimar und der Region zu hochwertigem Kompost. Dazu gehören:

  • Grünschnitt aus privaten Gärten, Parks und öffentlichen Grünanlagen
  • Bioabfälle aus der braunen Tonne
  • Laub und Astwerk aus der Straßenreinigung und Baumpflege
  • Organische Reste aus der Landschaftspflege

Das angelieferte Material wird zerkleinert, zu sogenannten Mieten aufgesetzt und über mehrere Monate kontrolliert kompostiert. Dabei entsteht durch natürliche Zersetzungsprozesse nährstoffreicher Humus.

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Mehr Informationen

360° Rundgang der Kompostanlage in Umpferstedt

Gemeinsam mit der Professur „Biotechnologie in der Ressourcenwirtschaft“ der Bauhaus-Universität Weimar wurde im Oktober 2022 ein 360° Rundgang der Kompostanlage realisiert.

Jetzt den Rundgang starten

Konzeptstudie zur Minimierung von Treibhausgas (THG)-Emissionen

Deponie Weimar – Umpferstedt

Klimafreundliche Abfallentsorgung – Einsatz geeigneter Technologien zur Reduzierung von Treibhausgas (THG)-Emissionen  zur Stabilisierung von Siedlungsabfalldeponien

Titel des Vorhabens

Erstellung einer Potentialanalyse für die Deponie Weimar-Umpferstedt zum Einsatz geeigne­ter Verfahren für eine mögliche in situ Stabilisierung . Ziel der Stabilisierung ist, die Treibhausgas (THG)-Emissionen zu reduzieren.

Beschreibung der Ausgangssituation

Die Deponie Weimar-Umpferstedt befindet sich innerhalb einer Abfallentsorgungsanlage der Stadt Weimar im Landkreis Weimarer Land östlich der Stadt Weimar unmittelbar an der Stadt­grenze in einem ehemaligen Kiesabbaugebiet in der Gemarkung Umpferstedt,  Fluren 2 und 3. Die Anlage ist über eine ausgebaute Gemeindestraße von der B7 aus gut erreichbar.

Sie befindet sich auf einer kuppenartigen Anhöhe in einer Höhenlage (nach Ausbau) von ca. 284 m ü.HN. Der Ortsteil Weimar-Süßenborn reicht bis ca. 300 m an die westliche Begrenzung der Deponie. Die Gemeinde Umpferstedt liegt in südöstlicher Richtung ca. 1000 m entfernt und die Gemeinde Denstedt ca. 1.600 m in nördlicher Richtung.

Es ist geplant, für die Deponie Weimar – Umpferstedt eine Potentialanalyse auszuarbeiten. Aufgrund der mangelnden Datenlage zum aktuellen Zustand dieses Deponieabschnittes sollen weitere Untersuchungen am bestehenden Gasfassungssystem vorgenommen werden. Im Zuge dessen werden neben der Zusammenstellung von Bestandsunterlagen auch qualifizierte Ab­saugversuche an einzelnen Gasbrunnen bzw. dem gesamten Gasfassungssystem vorgenom­men. Bedarfsweise werden zur Standorterkundung weitere Gasbrunnen ggf. zur Belüftung nie­dergebracht. Die Ergebnisse werden in einem Abschlussbericht (Potentialanalyse) zusammen­gefasst.

Beschreibung der Arbeitsschritte zum Erreichen des beschriebenen Zieles

Im ersten Schritt, der sog. Bestandsprüfung (Arbeitspaket 1) werden die bestehenden Unterla­gen zum Deponieabschnitt Weimar – Umpferstedt gesammelt und ausgewertet. Dabei sollen insb. die folgenden Punkte herausgearbeitet werden:

  • Zusammenstellen der Bestandsunterlagen sowie der Anlagen- und Standortdokumenta­ tion mit Informationen zur Deponiefläche, Form, Volumen, Ablagerungsmengen und Zeit­räume sowie der Abfallbeschaffenheit.
  • Erfassung des technischen Zustands der vorhandenen Anlagentechnik und dem Gasfas­sungssystems
  • Voruntersuchung des bestehenden Gasfassungssystems ggf. mit Kamerabefahrung bzw. Lichtlotmessung . Zur Überprüfung der Beschaffenheit (Filterzustand, Wasserein­stau, mechanische Beeinträchtigung) von Gasbrunnen- und Gasrohrleitungen. 

Nach Abschluss der Voruntersuchung erfolgen zunächst an ausgewählten Gasbrunnen und im Anschluss daran über das gesamte Gasfassungssystem qualifizierte Absaugversuche über eine mobile Fackel- u. Absauganlage. Dabei werden im Rahmen des Monitoring-Programms (Teil des 4 Arbeitspaketes) über die gesamte Versuchsdauer folgende Parameter erfasst:

  • Deponiegaszusammensetzung (CH4 , C02, H2S und 02)
  • Saugdruck und Gastemperatur und die
  • erfasste Deponiegasmenge
  • Optional: Errichtung neuer Gasbrunnen zur partiellen aktiven Belüftung bzw. Gasfas­ sung und zur Gewinnung von Abfallfeststoffproben 

Am Ende der jeweiligen Absaugversuche sollen anhand der (stabilen) CH4-C02-Verhältnisse Rückschlüsse auf den biologisch verfügbaren organischen Kohlenstoffanteil erfolgen. Alternativ zu den Absaugversuchen werden die Abfallfeststoffproben auf folgende Parameter analysiert :

  • Respirationstest Atmungsaktivitätstest (AT6)
  • Wassergehalt
  • pH-Wert
  • Leitfähigkeit
  • Glühverlust
  • Kohlenstoffgehalt und Stickstoffgehalt.

Im 2. Arbeitspaket wird anhand der Bestandsprüfung und den qualifizierten Absaugversuchen bzw. den Ergebnissen der Abfallfeststoffuntersuchungen die Potentialanalyse durchgeführt. Dabei werden folgende Punkte berücksichtigt:

  • Erstellung einer Gasprognose, Abschätzung des Gasbildungspotentials nach first order Decay Methode (IPCC Guidelines 1996)
  • Darstellung des Messergebnisses aus den Voruntersuchungen und des lstzustandes
  • Analyse und Hinweise zur Optimierung des Gasfassungssystems
  • Prüfung des Einsatzes von Schwachgassystemen 

Basierend auf den Ergebnissen der ersten beiden Arbeitspakete wird dann geprüft, in wieweit eine mögliche anaerobe und aerobe in situ Stabilisierung für den Deponieabschnitt erfolgen kann. Der dazu herausgearbeitete Maßnahmenkatalog (Arbeitspaket 3) enthält:

  • eine kurze Beschreibung des ausgewählten Verfahrens zur in situ Stabilisierung,
  • die Vorstellung der angestrebten Behandlungsziele,
  • Maßnahmenempfehlungen zur Optimierung und Ertüchtigung des Gasfassungssystems sowie
  • Angaben zur erforderlichen Mess- und Regeltechnik der Belüftungs- ober Absauganlage sowie den möglichen Einsatz einer Schwachgasbehandlungsanlage vor Beginn der ae­ roben in situ Stabilisierung und
  • ein Konzept der zukünftigen Betriebsführung. 

Im Arbeitspaket (4) werden im Rahmen des Monitoring-Konzept die Teilergebnisse aus Ar­beitspaket 2 sowie die nachfolgenden Punkte zusammenfassend dargestellt:

  • Erfassung und Aufzeichnung der Abluftbeschaffenheit,
  • Bestimmung des Wirkungsgrades der eingesetzten Abluftbehandlungsanlage und
  • die Bestimmung der Effizienz und Reinigungsleistung sowie
  • den Stromverbrauch der eingesetzten Anlage. 

Die Potentialanalyse sowie das Maßnahmen- und Monitoring-Konzept werden zusammenfas­send in einem Abschlussbericht dargestellt.