Ein Sprung in die Geschichte – das Schwanseebad

Die Chronik erzählt anhand von Ereignissen die bewegte Geschichte des denkmalgeschützten Schwanseebades in Weimar. Angefangen vom Bau des Freibades als Teil des "Kulturprojekts Weimar" 1926 bis zum modernen Freizeitort mit Schwimmhalle und Sauna.

Startseite > Schwanseebad > Chronik Schwanseebad
Alte Postkarte "Gruß aus dem Schwanseebad" von 1920
Vor 1928: Die Anfänge der Weimarer Badekultur

Von der Ilm zum Schwansee – wie Weimar das Schwimmen entdeckte

Die Sehnsucht nach Abkühlung an heißen Sommertagen ist so alt wie die Menschheit. Auch Weimar blickt auf eine lange Schwimm- und Badetradition zurück. Zu Goethes Zeiten war das Baden in der Ilm offiziell verboten – es galt als Verstoß gegen die Moral, da mangels Badebekleidung meist nackt geschwommen wurde. Doch viele Bürger ließen sich nicht abhalten. Selbst Goethe war ein talentierter Schwimmer und ging bei Mondschein heimlich in der Ilm baden.

Erst ab 1839 war das Baden in dafür vorgesehenen Anstalten an der Ilm erlaubt. Friedrich Becker eröffnete 1847 oberhalb der Vereinsmühle eine einfache Ilmbadeanstalt für zahlende Besucher. Da die Pacht immer wieder erhöht wurde, kaufte der Schwimmverein 1852 die Schwanseewiesen – dort, wo heute der Hermann-Brill-Platz und das Schwanseebad liegen. Die Wiesen waren bereits beliebter Treffpunkt für Sport, besonders im Winter zum Schlittschuhlaufen.

Auf dem heutigen Stadionvorplatz entstand 1852 ein erstes Schwanseebad – noch nicht das heutige, aber es trug bereits den Namen. Daneben existierte das Ilmbad, das 1912 renoviert wurde. Doch beide Bäder genügten dem wachsenden Andrang und den steigenden hygienischen Anforderungen nicht mehr. Der Wunsch nach einem großen, modernen Bad wuchs.

1926 wurde im Stadtrat ein ehrgeiziger Plan vorgestellt: Im Rahmen des „Kulturprojekts Weimar" sollte nicht nur ein neues Schwimmbad entstehen, sondern eine ganze Sportmeile – vom Stadion im Osten bis zur geplanten Weimarhalle im Westen. Dieses einzigartige Ensemble, das 1928 fertiggestellt wurde, gilt bis heute als einmalig in Thüringen.

1928 -1948 von der Geburtsstunde bis zur Wiedereröffnung

1928

Ein Sommertag, der Geschichte schrieb – die feierliche Eröffnung des Schwanseebads

Bereits 1926 wurde das Kulturprojekt Weimar vorgestellt, welches den Bau des Schwanseebads am heutigen Standort vorsah. Der Stadtrat beschließt den Bau des Freibades.

Am 20. Mai 1928 um 9.00 Uhr wurde das neue Schwanseebad baulich übergeben und in Betrieb genommen. Die Kosten beliefen sich auf rund 330.000 Reichsmark, finanziert durch Spenden, Zuschüsse und sogenannte Notstandsarbeit – Arbeitslose mussten für wenig Geld mitbauen, wollten sie ihr Arbeitslosengeld nicht verlieren.

Das Bad präsentierte sich modern: Zwischen dem Eingangsbereich mit Gaststätte und dem Nichtschwimmerbecken erstreckte sich eine große Sandfläche aus feinstem Mainsand, der in 40 Eisenbahnwaggons herantransportiert worden war. Zum Bau verwendete man Ehringsdorfer Travertin – ein regionaler Naturstein von besonderer Qualität.

Wussten Sie? Das Eingangsportal zeigt nicht zur Stadt, weil es auf dem Fundament der Weimarhalle errichtet wurde, die man vor dem Ersten Weltkrieg begonnen, aber nie fertiggestellt hatte.

Zur Übergabefeier strömten 3.000 Gäste ins Bad – obwohl nur 800 Sitzplätze auf der Tribüne vorhanden waren. Ein nationales Schwimmsportfest mit Wettkämpfen aller Art begleitete den Tag. Sogar Weltmeisterin Hilde Schrader war angereist und versuchte einen Weltrekord über 200 Meter Brust – sie scheiterte knapp.

Trotz eisiger 11 Grad Wassertemperatur wagten sich die ersten Badefreunde nach der Eröffnungsrede von Bürgermeister Dr. Müller ins Wasser. Besonders bemerkenswert: Eine 67-jährige Weimarerin sprang mutig vom 10-Meter-Turm. Die offizielle Einweihung fand am 22. Juni 1928 in kleinerem Rahmen statt.

Wussten Sie? Der Strohhut war im Eröffnungsjahr 1928 der absolute Modehit unter den Badegästen.

 

 

1933-1935

Weimar im Rampenlicht – als die besten Schwimmer Deutschlands kamen

Nach erfolgreichen Wettkampfjahren erreichte das Schwanseebad 1933 seinen sportlichen Höhepunkt: Der Weimarer Schwimmverein „Neptun" wurde mit der Ausrichtung der Deutschen Meisterschaften im Schwimmsport betraut. Die Gründe lagen auf der Hand – Weimar besaß eines der modernsten Schwimmbäder Deutschlands, und der Verein war weit über Thüringens Grenzen bekannt.

84 Vereine aus ganz Deutschland traten an. Der heimische Schwimmverein glänzte: Die Männerstaffel mit Abbaß, Menzel, O. Melchior und W. Melchior holte Gold über 4×200 Meter. Um dem Besucheransturm gerecht zu werden, erweiterte man die Tribüne mit Holzbänken für 1.000 zusätzliche Zuschauer.

1935 folgten die Deutschen Hochschulmeisterschaften – ein weiterer Beleg für den ausgezeichneten Ruf des Bades. Allerdings waren diese Veranstaltungen, wie alle öffentlichen Events nach Hitlers Machtübernahme im Januar 1933, ideologisch durchdrungen.

Wussten Sie? Bei Fliegeralarm ertönte die Sirene vom heutigen Friedrich-Schiller-Gymnasium, und die Badegäste mussten das Gelände verlassen.

1939/40 fanden Instandsetzungsmaßnahmen statt. Während des Krieges wurden erstmals Frauen als Bademeisterinnen eingesetzt. Das Schwanseebad blieb von Bombenangriffen verschont – ein seltenes Glück.

 

1945 bis 1946

Vom Trinkwasserspeicher zum Volksbad – das Schwanseebad nach dem Krieg

Das Schwanseebad überstand den Zweiten Weltkrieg ohne größere Schäden, doch in der Umgebung gab es schwere Zerstörungen und Todesopfer. Wichtige Wartungsarbeiten waren jahrelang unterblieben: Die hochgepriesene Umwälzanlage funktionierte nicht mehr und wurde verschrottet. Der beliebte Sandstrand war nicht mehr aufgefüllt worden, die Betonplatten der Beckenböden hatten sich verschoben, meterlange Risse zeigten sich.

Als die Amerikaner am 12. April 1945 friedlich in Weimar einzogen, stellten sie vor dem Bad große Wasserbassins zur Trinkwasseraufbereitung auf. Später nutzten sie auch die Schwimmbecken dafür. Ein starker Chlorgeruch lag über dem Gelände – das Wasser wurde massiv desinfiziert.

Bis 1946 blieb das Bad für die deutsche Bevölkerung gesperrt und wurde von amerikanischen Militärstreifen rund um die Uhr bewacht, um „Schwarzbader" fernzuhalten. Im Juni 1945 veranstalteten die Amerikaner ein großes Schwimmfest, bei dem der Deutsche Meister im Turmspringen, Hans Grote, kurz nach seiner Haftentlassung meisterhafte 10-Meter-Sprünge zeigte.

Mit der Aufteilung Deutschlands im Juli 1945 übernahmen sowjetische Truppen Weimar. Ihre Soldaten badeten im Freibad, was viele Schaulustige an die Zäune lockte. Besonders in Erinnerung blieb der „Wolga-Don-Stil" – ein ungewöhnlicher Kraulstil mit gestreckten Armen. Weniger erfreulich: Offiziere zwangen ihre Soldaten zu Sprüngen vom Turm ohne jede Übung. Schwere Verletzungen waren die Folge.

Ab 1946 herrschte endlich wieder normaler Badebetrieb. Schwimmen, Wasserball, Springen und „Eckenhaschen" waren bei der Bevölkerung beliebt. Die Weimarer mussten sich bis dahin mit Feuerlöschteichen und der Ilm begnügen.

 

1948- 1965 Neubeginn des Vereinssports

1948-1950

Aus Trümmern erwacht – der erste Schwimmverein der Nachkriegszeit

1948 gründete sich der erste Weimarer Schwimmverein nach dem Krieg: Der Verein „Eintracht Weimar" eröffnete die Sektion Schwimmen. Die Gründungsmitglieder waren zunächst vor allem Bedienstete des Bades: Kurt Junghans, Marthel Möller, Ursel Müller und Otto Graf. Sie kümmerten sich um die Instandsetzung der alten Wettkampfleinen, die noch heute genutzt werden.

Typisch für die Zeit: Dreiecksbadehosen, meist selbst genäht, mit nur zwei Knöpfen an der Seite. Sie konnten schnell unter dem Bademantel gewechselt werden – Umkleidekabinen wurden fast überflüssig.

1950 wurde das Sportlerheim erbaut, ein Treffpunkt für verschiedene Sektionen zum Beisammensein, Tanzen und Feiern. Im selben Jahr wurde auch der Wasserrettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes in Weimar etabliert und gliederte sich in die Sektion Schwimmen ein.

 

1950-1964

Musik, Licht und Wasserreigen – als das Schwanseebad zur Bühne wurde

Im Sommer 1950 begann eine neue Tradition: Das erste Abendschwimmfest lockte über 1.000 Besucher ins Schwanseebad. Geschwommen, gesprungen, Wasserball gespielt – dazu Musik und Unterhaltung. Das Reigenschwimmen war besonders beliebt. Eine selbstgebaute 15.000-Watt-Lichtanlage des Schwimmvereins tauchte das Gelände in stimmungsvolles Licht.

Die Feste wurden zur Institution. 1953 sorgte eine mysteriöse Plakataktion für Aufsehen: „Bunte Wellen, wo? – nächste Woche mehr an dieser Stelle" stand überall in der Stadt. Die Empörung war groß, als sich herausstellte, dass es nur um den Titel des Abendschwimmfests ging. Trotz der Kritik kamen rund 8.000 Besucher – ein Rekord.

Im selben Jahr setzte sich der Delfinstil durch und verdrängte den langsameren Schmetterlingsstil mit Grätschschwung. Auch zeitweilige Schließungen gab es: 1953 wegen des Arbeiteraufstands am 17. Juni, 1954 wegen Infektionsgefahr durch Kinderlähmung.

Das Abendschwimmfest „Capriolen" 1954 sollte alle Rekorde brechen. Mit harten Verhandlungen hatte man das Rundfunkorchester aus Leipzig gewonnen. Doch strömender Regen verdarb das Fest am 14. August – ein hoher finanzieller Verlust blieb. Die Folgejahre fielen die Feste aus.

1959 wagte man mit weniger Aufwand einen Neustart, der gelang. Bis 1964 fanden wieder regelmäßig Abendschwimmfeste statt. Warum diese erfolgreiche Tradition dann endete, bleibt bis heute ein Rätsel. Spätere Versuche mit Diskomusik und Tanzfläche im Nichtschwimmerbecken scheiterten.

1953

Sensation bei Ausscheidungswettkämpfen – als das Schwimmbecken korrigiert werden musste

Bei wichtigen Ausscheidungswettkämpfen zwischen der DDR und Polen stellte man fest: Das Schwimmbecken war um einige Zentimeter zu lang. Schleunigst wurde der Fehler behoben, um eine wettkampffähige Bahn zu garantieren. Ein Detail, das zeigt, wie ernst der Leistungssport im Schwanseebad genommen wurde.

1958

In Eigenregie gebaut – ein Häuschen für Generationen

Mitglieder der Sektion „Schwimmen" vom Verein „Eintracht Weimar" bauten 1958 das Schwimmmeisterhäuschen mit eigenen Händen. Später wurde eine Terrasse angefügt. Das Häuschen steht bis heute und wurde 2010/11 von der Stadtwirtschaft saniert – ein Zeugnis des Vereinsengagements über Jahrzehnte.

1965

Badekappenpflicht für alle – Schluss mit langen Haaren im Becken

Der Langhaarkult der 1960er Jahre machte auch vor Weimar nicht halt. Zuvor galt die Badekappenpflicht nur für Frauen, was zu Protesten führte. Da Mann und Frau von der Haarlänge kaum noch zu unterscheiden waren, führte das Bad 1965 eine allgemeine Badekappenpflicht ein. Gleichberechtigung – auf Weimarer Art.

Ebenfalls Mitte der 60er Jahre wurde das „Anwärmbecken" hinter dem Schwimmerbecken geteilt. So entstand das Lehrschwimmbecken mit 90 cm Wassertiefe – ideale Bedingungen für Schwimmübungen und den Schul- und Vereinssport.

1965-1989 Jahre der Instandhaltung

Pflege statt Glanz – das Bad überlebt die DDR-Zeit

Seit den 60er Jahren lebte das Freibad von einer Reihe kleiner Instandhaltungsmaßnahmen. Jahr für Jahr wurden Becken, Gehwege und Grünanlagen repariert, um die Wasserqualitätsnormen einzuhalten und das mittlerweile über 50 Jahre alte Bad attraktiv zu halten.

Um 1957 steigerte sich der Leistungsdruck auf die Schwimmer. Mehr Wettkämpfe wurden organisiert, die beliebten Schwimmfeste zogen den Kürzeren. Mit der Wende verabschiedete sich der Vereinssport zunehmend aus dem Freibad. Trainiert wurde fortan in der Schwimmhalle „Am Asbach".

Generationen von Weimarerinnen und Weimarer lernen in dem Betonbecken Schwimmen und verbringen im Sommer viele Stunden im großen Schwanseebad im Sportunterricht oder mit Freunden und Familie.

1990 bis 2017 Umbruch und neue Pläne – eine neue Ära beginnt

1990-2000

Wende, Diskussionen und die Idee eines Hallenbades

Mit der Wende 1990/91 kam die Diskussion über die Zukunft kommunaler Betriebe auf. Neben Strom- und Wärmeversorgung oder den Verkehrsbetrieben stand auch das Schwanseebad zur Debatte. Die Idee einer „Stadtwirtschaft" scheiterte zunächst an rechtlichen Hürden.

Am 18. Dezember 1991 gründete sich die Stadtwerke Weimar Stadtversorgungs-GmbH – allerdings ohne Verkehrsbetriebe und ohne Schwanseebad. Das Bad blieb unter städtischer Verwaltung.

1997 berichtete die lokale Presse von einer möglichen Übernahme durch die Stadtwerke, doch konkrete Pläne gab es nicht. Was blieb, war die Vision eines neuen Hallenbades – auf dem alten Fundament der nie vollendeten Weimarhalle.

2001

Ganzjährig baden – das Hallenbad eröffnet

Auf dem historischen Fundament der Weimarhalle, die vor dem Ersten Weltkrieg begonnen, aber nie fertiggestellt wurde, entstand das neue Hallenbad „Schwanseebad". Am ursprünglichen Standort befanden sich einst Sonnenplateau, Schwanseebar und andere Gebäude – sie alle wichen dem Neubau.

Geplant war ein Kombibad mit Freibad. Doch dank einer sehr engagierten Bürgerinitiative blieben beide Anlagen als eigenständige Bäder erhalten. Seit 2001 können die Weimarer das ganze Jahr über schwimmen – im Sommer draußen, im Winter drinnen. Mit dem Hallenbad zogen auch die letzten Schwimmvereine aus dem Freibad um.

2002-2003

Ein Bad in neuen Händen – Rettung in letzter Minute

Im Herbst 2002 wurde die Stadtwirtschaft Weimar GmbH gegründet, mit dem Ziel, alle kommunalen Bereiche zu bündeln. Die Übernahme des Schwanseebades gestaltete sich jedoch schwierig – die Finanzierung stand auf wackeligen Beinen.

Ende März 2003, kurz vor Beginn der Freibadsaison, wandte sich die Stadt hilfesuchend an die Stadtwirtschaft: Der städtische Haushalt konnte die Kosten für das Freibad nicht mehr tragen. Ein Pachtvertrag wurde geschlossen – die Stadtwirtschaft übernahm den Betrieb und sicherte so die Zukunft des traditionsreichen Bades.

2003-2008

Rutsche, Beachvolleyball und Spielplatz – das Schwanseebad wird familienfreundlicher

In den Jahren nach der Übernahme investierte die Stadtwirtschaft in neue Angebote: Eine kleine Wasserrutsche im Nichtschwimmerbecken, ein Beachvolleyballfeld und ein Kinderspielplatz entstanden. Das Schwanseebad entwickelte sich vom reinen Sportbad zum Familienziel.

2008 feierte das Bad seinen 80. Geburtstag – acht Jahrzehnte Badekultur, Wettkämpfe und Sommererinnerungen für Generationen von Weimarern.

2009-2011

Neue Pavillons und sanierte Tribüne – Investitionen für die Zukunft

Mit Konjunkturmitteln des Bundes wurden 2009/10 die maroden Sanitär- und Umkleidegebäude durch zwei moderne Pavillons ersetzt. In der Winterpause 2010/11 investierte die Stadtwirtschaft weitere Eigenmittel: Die historische Tribüne wurde saniert und erhielt neue Licht- und Beschallungstechnik.

Auch das Schwimmmeisteraufsichtsgebäude wurde erneuert, ein neuer Technik- und Geräteschuppen entstand. Die Bedingungen für Badegäste und Mitarbeiter verbesserten sich deutlich.

2012

Wahrzeichen in neuem Glanz – denkmalgerechte Sanierung des 10-Meter-Turms

Der historische Sprungturm – seit 1928 das Wahrzeichen des Schwanseebades – wurde 2012 denkmalgerecht saniert. Generationen von Weimarern haben hier ihren Mut bewiesen. Der Turm bleibt der Ort, an dem man über sich hinauswächst – damals wie heute.

2017 bis jetzt

2017 bis 2019

Die große Sanierung – Europas Fördermittel für Weimars Bad

Am 30. Juni 2017 erfolgte der erste Spatenstich zur grundlegenden Sanierung des Freibades. Das Schwanseebad ist Teil des denkmalgeschützten Gesamtensembles „Asbach-Grünzug" – ein Gartendenkmal der Moderne, einmalig in Thüringen und darüber hinaus.

Die Sanierung war überfällig: Bautechnische und hygienische Mängel gefährdeten den weiteren Betrieb. Seit 2009 hatte die Stadt immer wieder Fördermittel beantragt – 2016 kam der Durchbruch mit der Aufnahme ins EFRE-Förderprogramm der EU.

Was wurde gemacht:

  • Alle Beckenwände und -böden erhielten neuen Belag aus wasserundurchlässigem Beton
  • Neue Beckenböden auf Mikropfählen gelagert
  • Einströmkanäle und Überlaufrinnen für optimale Durchströmung
  • Sprungbecken nach neuesten Richtlinien umgebaut
  • Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken werden nun mit Trinkwasser befüllt
  • Zwei unterirdische Technikräume für die neue Badewassertechnik östlich des Hallenbades
  • Das Wasser aus der „Lotte" speist weiterhin ein Zierbecken östlich des Freibades
  • Zwei neue Wasserspielplätze (je 6×6 Meter) für die Kleinsten nördlich und südlich des Hallenbades
  • Neue Treppen, Einstiegleitern, Startblöcke
  • Sanierung angrenzender Wege und Grünflächen
  • Erhalt des Baumbestands, Ersatzpflanzungen wo nötig

Die Kosten: 5,89 Millionen Euro netto (davon ca. 5,06 Mio. Baukosten), zu 80 % aus EFRE-Mitteln der EU finanziert.

Der Zeitplan:

  • Ende Juni 2017: Abbrucharbeiten und Spezialtiefbau
  • 2018: Hauptarbeiten an Becken, Technik, Freianlagen
  • Frühjahr 2019: Fertigstellung und Probebetrieb
  • Juni 2018: 90 Jahre Schwanseebad – gefeiert mitten in der Baustelle

    [caption id="attachment_3054" align="alignnone" width="300"] 14.05.2019 Weimar: Schwanseebad / Freibad / Stadtwerke Weimar / Foto: Thomas Müller[/caption]

    [caption id="attachment_3056" align="alignnone" width="300"] 14.05.2019 Weimar: Schwanseebad / Freibad / Stadtwerke Weimar / Foto: Thomas Müller[/caption]

    [caption id="attachment_3055" align="alignnone" width="300"] 14.05.2019 Weimar: Schwanseebad / Freibad / Stadtwerke Weimar / Foto: Thomas Müller[/caption]

  • Freibadsaison 2019: Wiedereröffnung in neuem Glanz

Die historische Gestalt blieb vollständig erhalten. Das Schwanseebad verbindet nun modernste Technik mit fast 100 Jahren Badegeschichte.

2025

Noch mehr Badespaß mit saniertem Sprungturm

Die Sommersaison 2025 im Weimarer Schwanseebad läuft auf Hochtouren. Trotz kleinerer wetterbedingter Schwankungen verzeichnet das Bad eine erfreuliche Besucherbilanz. Besonders die heißen Juni-Tage sorgten für volle Liegewiesen und gut besuchte Schwimmbecken. Rund 45.000 Besucherinnen und Besucher aller Altersgruppen haben bisher den Sprung ins kühle Nass gewagt. Das sind noch einmal deutlich mehr als zur gleichen Zeit im Vorjahr.

„Die Stimmung ist super und wir freuen uns über viele Stammgäste und neue Gesichter“, sagt Andreas Zündel, verantwortlicher Bereichsleiter für die Sportstätten der Stadtwirtschaft. „Wenn das Wetter so bleibt, sind wir zuversichtlich für eine erfolgreiche Saison 2025.“ Der während der Wintermonate sanierte historische Sprungturm ist ein weiteres Highlight: „Lange Schlangen am Sprungturm sind keine Seltenheit. Die Investition in neue Sprungbretter und Holzböden sowie höhere Geländer für mehr Sicherheit hat sich gelohnt“, so Zündel weiter.