







3. Juni 1899
Die erste Probefahrt – Weimar steigt elektrisch in den Stadtverkehr ein
Die neue elektrische Straßenbahn dreht ihre erste Probefahrt durch Weimar. Damit beginnt ein völlig neues Kapitel städtischer Mobilität, das Menschen schneller, zuverlässiger und komfortabler durch die Stadt bringt.
4. Juni 1899
Die Geburtsstunde des Straßenbahnbetrieb – Zwei Linien nehmen Fahrt auf
Die rote und die grüne Straßenbahnlinie starten offiziell den Betrieb zwischen Hauptbahnhof und Falkenburg. Auf 6,5 Kilometern Länge und im 16‑Minuten‑Takt wird Weimar erstmals durch einen regelmäßigen Stadtverkehr verbunden.
1923
Stillstand in bewegten Zeiten
Die Wirtschaftskrise zwingt den Stadtverkehr, den Betrieb für fast ein Jahr einzustellen. Trotz des Stillstands bleibt klar, wie unverzichtbar ein verlässlicher Stadtverkehr für das tägliche Leben ist. Wir halten Weimar mobil – auch wenn es schwerfällt.
1926
Mit neuem Schwung – Millionen sind unterwegs
Nach der Krise nimmt der Verkehr wieder Fahrt auf: Rund 1,3 Millionen Fahrgäste nutzen den Weimarer Stadtverkehr im Jahr. Die Straßenbahn zeigt, wie eine moderne Mobilität das Leben in der Stadt erleichtert.
1937
Schiene begrenzt den Verkehr – die Stadt setzt jetzt auf Busse
Die Straßenbahn wird aus wirtschaftlichen und politischen Gründen auf Omnibusbetrieb umgestellt. Mit dem Bau des Gauforums wurde das Asbachtal aufgeschüttet und erzwang das Ende der Straßenbahn in Weimar. Die neuen Busse schaffen mehr Flexibilität und erschließen Weimar auf neuen Routen – der Gedanke bleibt derselbe: Weimar soll mobiler werden.
30. Juni 1937
Letzte Fahrt auf Schienen
Auf dem Weg vom Hauptbahnhof zum Karlsplatz (heute Goetheplatz) überquerte die Straßenbahn auf einem Viadukt das Asbachtal. Schaute man links aus dem Fenster sah man einen wunderschönen Park, den Karl-August-Platz mit Vimaria-Brunnen. (Abb.: Postkarte 1930) Das damalige Landesmuseum (heutige Museum Neues Weimar) steht noch als Zeuge dieser Zeit.
1938
Flexibel durch die Stadt – mit Holzvergaser-Bussen
Am 01. Juli 1937 nahm der Omnibusverkehr, zunächst mit geliehenen Bussen, bzw. Bussen von Fremdfirmen, in der Thüringischen Landeshauptstadt den Betrieb auf.
Der erste stadteigene Bus wurde im Mai 1938 angeliefert. Es war ein "KRUPP" Holzgasbus. Anfangs behielt man die Bezeichnung "Rote, Gelbe und Grüne Linie" bei, später wurden es die Linien 1, 2 und 3.
ab 1939
Eingeschränkt, aber unverzichtbar – der Nahverkehr im Zweiten Weltkrieg
Während des Zweiten Weltkriegs wurde der öffentliche Nahverkehr stark eingeschränkt. Treibstoffmangel, Fahrzeugknappheit und Zerstörungen durch Luftangriffe beeinträchtigten den Betrieb. Dennoch blieb der Busverkehr für die Weimarer Bevölkerung unverzichtbar – er sicherte die Mobilität in schweren Zeiten.
1945
Luftangriff bringt Stadtverkehr zum Erliegen
Bei den Luftangriffen wurde der größte Teil des Fuhrparks des Stadtverkehrs vernichtet, so dass Weimar 1945 keine Verkehrsmittel mehr besaß.
1946
Auferstanden aus Ruinen – der Nahverkehr erwacht wieder
Nach Kriegsende musste der öffentliche Nahverkehr in Weimar von Grund auf neu organisiert werden. Mit wenigen verbliebenen Fahrzeugen wurde der Betrieb schrittweise wieder aufgenommen. Die sowjetische Besatzungsmacht und später die DDR-Behörden übernahmen die Koordination. Für die Bevölkerung bedeutete jeder fahrende Bus ein Stück Normalität.
1. Februar 1947
Geburtsstunde der legendären O-Bus-Linie 1
Der neu gebildete Rat der Stadt Weimar erhält die Genehmigung zur Errichtung einer O-Bus-Linie. Im 1. Bauabschnitt der Linie 1 von Ehringsdorf über den Goetheplatz, Hauptbahnhof zum Umspannwerk mit einer doppelpaarigen Leitungslänge von 6,8 Km wurden rund 30.000 Kg Oberleitungsmaterial in Kupfer, 375 Holzmasten, 60 Eisen- und Betonmaste, 300 m³ Beton, dazu Kurvenschienen, Halter, Weichen, Spannseile und eine Unmenge Kleinmaterial benötigt. Für die Einspeisung des Stromes wurden zwei Gleichrichteranlagen am Kirchberg und in der Amalienstraße mit je 500 KW - Leistung errichtet.
1948
O-Bus jetzt mit zwei Triebwagen und Anhänger
Endlich war es dann soweit, die erste O-Bus-Linie mit 2 Triebwagen wurde am 2. Februar zwischen Ehringsdorf und dem Umspannwerk in Betrieb genommen. Um den Ansturm der Bevölkerung gerecht zu werden wurden im November 1948 die ersten Anhänger eingesetzt.
1949
Erste Bilanz kann sich sehen lassen
Im Jahre 1949 werden vom Weimarer Stadtverkehr 2.211.816 Personen befördert. Die Busse haben beachtliche 118.814 Kilometer zurückgelegt.
1951
VEB Kraftverkehr übernimmt das Steuer
In der DDR wurde der öffentliche Nahverkehr zum staatlichen Auftrag. Der VEB Kraftverkehr übernahm den Busverkehr in Weimar und Umgebung. Das Liniennetz wurde ausgebaut, neue Fahrzeuge – vor allem Ikarus-Busse aus Ungarn – kamen zum Einsatz. Der ÖPNV wurde zum wichtigen Instrument der Daseinsvorsorge.
Der Fuhrpark umfasste 1951 6 Henschel-Triebwagen, 4 O-Bus-Anhänger und Omnibusse (4 Krupp, 5 Henschel). Im November des Jahre kommt der erste O-Bus aus DDR-Produktion zum Einsatz. Der Obus-Anhänger vom DDR-Typ W 701 wurden im Mähdrescherwerk Weimar und im Waggonbau Bautzen hergestellt und im Jahre 1956 in Dienst gestellt.
1954
Die O-Busse bekommen ein neues Zuhause
1959
Neue Ikarus-Busse aus Ungarn
Ab April 1959 sind auf den Stadtlinien in Weimar Omnibusse einer neuen Generation im Einsatz. Die "Ikarus"-Busse kommen aus Ungarn.
1963
Der letze Schaffner locht den Fahrschein
Ab 20. März werden Zahlboxen auf der Linie 2 eingeführt. Damit wird der schaffnerlose Verkehr eingeleitet. Ab 1. September 1963 ist endgültig Schluss für die Personen, die im Bus Fahrkarten verkaufen und kontrollieren. Die Linie 5 fährt schaffnerlos.
1. Juli 1965
"Belvedere-Express" wird Touristen-Attraktion
Der "Belvedere-Express" rollt zunächst vom Sportplatz Falkenburg bis zum Schloss Belvedere. Ab Juli 1966 startet das Barkas-Spezialfahrzeug mit Anhänger direkt in der Innenstadt am Goetheplatz. Die Ausflugslinie endet im September 1973.
1970
Die "Platte" braucht Anbindung
Mit dem Bau großer Wohnsiedlungen wie Weimar-West und Weimar-Nord wuchs der Bedarf an öffentlichem Nahverkehr. Neue Linien wurden eingerichtet, um die wachsenden Stadtteile ans Zentrum anzubinden. Die Taktung wurde verdichtet, der Busverkehr zur Lebensader der neuen Quartiere. Der Gelenk-Omnibus Ikarus 180 kommt im Stadtverkehr zum Einsatz.
1972
Stadtverkehr im Kombinat
Im Rahmen der zunehmenden Zentralisierung der DDR-Volkswirtschaft erfolgte die Eingliederung des VEB (K) Städtischer Verkehr Weimar in das VEB Verkehrskombinat Erfurt. 1972 verkehren 15 Obus-Triebwagen und 14 Omnibusse auf sechs Linien.
26. Oktober 1975
Entwertungssystem wird eingeführt
Fahrkarten werden jetzt im Bus entwertet. Ab Juli 1978 gibt es Monatskarten.
1986
Mehr Linien, dichter Takt – Weimar wächst zusammen
Das Liniennetz wächst und der Takt wird dichter. Der Stadtverkehr wird zum verlässlichen Partner für tausende Fahrgäste täglich und verbindet die Stadtteile immer enger miteinander.
Im Jahr 1986 werden 13.360.386 Fahrgäste befördert. Ein Höchststand der Maßstäbe setzt. Die ersten Gelenkobuszüge Ikarus 280 T helfen mehr Personen zu transportieren. Rekonstruktionsarbeiten zur Eröffnung der 2. Obuslinie erfolgen.
1990
Neue Freiheit, neue Herausforderungen – der Nahverkehr im Umbruch
Mit dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung stand auch der öffentliche Nahverkehr in Weimar vor einem Neuanfang. Die alten Strukturen des VEB Kraftverkehr wurden aufgelöst. Es begann eine Phase der Neuorganisation – mit der Frage, wie der Nahverkehr künftig betrieben werden sollte.
Trier und Fulda helfen mit 10 Omnibussen dem Stadtverkehr Weimar.
30.11.1990 werden 10 Daimler-Benz-Omnibussen übergeben. Am Goetheplatz steht 1991 ein Verkaufswagen für die Tickets.
1992
Der städtische Eigenbetrieb bekommt neue Busse
1991 wurde der öffentliche Nahverkehr in Weimar als städtischer Eigenbetrieb organisiert. Die Stadt übernahm die Verantwortung für Planung, Betrieb und Finanzierung des Busverkehrs. Ziel war es, den ÖPNV den neuen Gegebenheiten anzupassen und langfristig zu sichern.
Im März 1992 kam die erste Matrixzielanzeige am Bus zum Einsatz. Am 29. Mai 1992 auf dem Fürstenplatz (jetzt "Platz der Demokratie") werden die neuen Daimler-Benz Busse an die Stadt Weimar übergeben.
1997
Gebündelte Kräfte – der öffentliche Nahverkehr wird Teil der Stadtwerke Weimar
1997 wurde der Verkehrsbetrieb in die Stadtwerke Weimar integriert. Unter einem Dach vereinten sich nun Energie, Wasser und Mobilität. Die Bündelung ermöglichte Synergien und eine bessere Koordination städtischer Dienstleistungen.
1999
100 Jahre Stadtverkehr in Weimar
2002
Ein Dach für alle – die Stadtwirtschaft übernimmt
Mit der Gründung der Stadtwirtschaft Weimar GmbH im Jahr 2002 wurde der öffentliche Nahverkehr Teil eines umfassenden kommunalen Unternehmens. Neben dem Stadtverkehr gehören seitdem auch Schwimmbäder, Parkhäuser und weitere Einrichtungen zur Stadtwirtschaft. Der Stadtverkehr Weimar firmiert seither unter diesem Dach.
In den 2000er Jahren investierte die Stadtwirtschaft in eine moderne Busflotte. Niederflurbusse ermöglichten barrierefreies Ein- und Aussteigen. Neue Motoren senkten den Schadstoffausstoß. Die Fahrgäste profitierten von mehr Komfort und besserer Ausstattung.
2005
Eintritt in den Verkehrsverbund Mittelthüringen schafft bessere Vernetzung
Mit dem Verbundtarif des VMT können Fahrgäste in der Region Mittelthüringen mit nur einem Ticket einfach zwischen Bussen, Bahnen und Straßenbahnen umsteigen und weiterfahren. Häufiges Anstehen für unterschiedliche Tickets bei mehreren Verkehrsunternehmen gehört so der Vergangenheit an.
Einführung "elektronischer Fahrscheindrucker", Abschaffung der Blockfahrkarten.
2006
Neue Leitstelle in der Industriestraße
Mit der neuen Leitstelle wurden neue Servicemöglichkeiten geschaffen. Mit der Einführung digitaler Fahrgastinformationssysteme begann eine neue Ära. Elektronische Anzeigen an Haltestellen informieren in Echtzeit über Abfahrten und Verspätungen. Eine App ermöglicht die Fahrplanauskunft von unterwegs. Der Stadtverkehr Weimar wurde vernetzter und kundenfreundlicher.
2010
Cabrio-Bus bringt Gäste zur 111-Jahre-Feier
Eine bewegte Geschichte beginnt. Am 5. Juni 2010 fand auf dem Gelände der Stadtwirtschaft Weimar das Jubiläum "111 Jahre Stadtverkehr Weimar" statt. Damit die Besucher in die Industriestraße gelangen wurde ein Shuttlebusverkehr eingerichtet. Als Shuttlebus diente der aus Erfurt ausgeliehene "Cabrio-Bus".
2014
Weimarer Busse werden zur Informationsstelle für Weimar
Inbetriebnahme der DFI am Wielandplatz und Austausch der DFI am Hauptbahnhof.
Neue MAN-Omnibusse mit dem neuen Bordrechner ITT (Intelligenter Touch Terminal) werden angeschafft. Vier Niederflur-Gelenkzüge und drei Niederflur-Solofahrzeuge werden neu zugelassen.
Ab 2015 kommen neue Multifunktionsdisplays In 8 Bussen zum Einsatz. Auf den Monitoren wird die Haltestellenfolge dargestellt, sowie sämtliche Fahrgastinformationen gezeigt.
2016
Ausbildung von Busfahrern wird in die eigenen Hände genommen.
Die Stadtwirtschaft Weimar GmbH begrüßt seinen ersten Auszubildenden im Unternehmen und setzt damit einen neuen Meilenstein zukünftig den Busfahrernachwuchs selbst groß zu ziehen.
2023
Elektrobusse und neue Konzepte – H2 statt CO2
Die Stadtwirtschaft Weimar arbeitet an der weiteren Modernisierung des Stadtverkehrs. Elektrobusse, alternative Antriebe und neue Mobilitätskonzepte stehen im Fokus. Ziel ist ein klimafreundlicher, attraktiver ÖPNV, der Weimar auch in Zukunft mobil hält – bezahlbar, zuverlässig und nachhaltig.
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