Von der Pferdebahn zum Wasserstoffbus – Wir machen Weimar mobil. Seit 1899.

Von der Pferdebahn 1899 bis zum modernen Stadtverkehr die Stadtwirtschaft Weimar schreibt seit über 125 Jahren Stadtgeschichte. Was als einzelne kommunale Aufgaben begann, ist heute ein leistungsstarkes Unternehmen für Mobilität. Und die Erfolgsgeschichte geht weiter: mit neuen Ideen, moderner Technik und dem Auftrag, Weimar auch morgen lebenswert zu halten.

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1899-1918 Start in die elektrische Mobilität

3. Juni 1899

Die erste Probefahrt – Weimar steigt elektrisch in den Stadtverkehr ein

Die neue elektrische Straßenbahn dreht ihre erste Probefahrt durch Weimar. Damit beginnt ein völlig neues Kapitel städtischer Mobilität, das Menschen schneller, zuverlässiger und komfortabler durch die Stadt bringt.

4. Juni 1899

Die Geburtsstunde des Straßenbahnbetrieb – Zwei Linien nehmen Fahrt auf

Die rote und die grüne Straßenbahnlinie starten offiziell den Betrieb zwischen Hauptbahnhof und Falkenburg. Auf 6,5 Kilometern Länge und im 16‑Minuten‑Takt wird Weimar erstmals durch einen regelmäßigen Stadtverkehr verbunden.

1919–1933: Wachstum und Krisenjahre

1923

Stillstand in bewegten Zeiten

Die Wirtschaftskrise zwingt den Stadtverkehr, den Betrieb für fast ein Jahr einzustellen. Trotz des Stillstands bleibt klar, wie unverzichtbar ein verlässlicher Stadtverkehr für das tägliche Leben ist. Wir halten Weimar mobil – auch wenn es schwerfällt.

1926

Mit neuem Schwung – Millionen sind unterwegs

Nach der Krise nimmt der Verkehr wieder Fahrt auf: Rund 1,3 Millionen Fahrgäste nutzen den Weimarer Stadtverkehr im Jahr. Die Straßenbahn zeigt, wie eine moderne Mobilität das Leben in der Stadt erleichtert.

1934 - 1938 Von der Schiene auf die Straße

1937

Schiene begrenzt den Verkehr – die Stadt setzt jetzt auf Busse

Die Straßenbahn wird aus wirtschaftlichen und politischen Gründen auf Omnibusbetrieb umgestellt. Mit dem Bau des Gauforums wurde das Asbachtal aufgeschüttet und erzwang das Ende der Straßenbahn in Weimar. Die neuen Busse schaffen mehr Flexibilität und erschließen Weimar auf neuen Routen – der Gedanke bleibt derselbe: Weimar soll mobiler werden.

30. Juni 1937

Letzte Fahrt auf Schienen

Auf dem Weg vom Hauptbahnhof zum Karlsplatz (heute Goetheplatz) überquerte die Straßenbahn auf einem Viadukt das Asbachtal. Schaute man links aus dem Fenster sah man einen wunderschönen Park, den Karl-August-Platz mit Vimaria-Brunnen. (Abb.: Postkarte 1930) Das damalige Landesmuseum (heutige Museum Neues Weimar) steht noch als Zeuge dieser Zeit.

1938

Flexibel durch die Stadt – mit Holzvergaser-Bussen

Am 01. Juli 1937 nahm der Omnibusverkehr, zunächst mit geliehenen Bussen, bzw. Bussen von Fremdfirmen, in der Thüringischen Landeshauptstadt den Betrieb auf.

Der erste stadteigene Bus wurde im Mai 1938 angeliefert. Es war ein "KRUPP" Holzgasbus. Anfangs behielt man die Bezeichnung "Rote, Gelbe und Grüne Linie" bei, später wurden es die Linien 1, 2 und 3.

1939-1945 Stadtverkehr kommt zum Erliegen

ab 1939

Eingeschränkt, aber unverzichtbar – der Nahverkehr im Zweiten Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkriegs wurde der öffentliche Nahverkehr stark eingeschränkt. Treibstoffmangel, Fahrzeugknappheit und Zerstörungen durch Luftangriffe beeinträchtigten den Betrieb. Dennoch blieb der Busverkehr für die Weimarer Bevölkerung unverzichtbar – er sicherte die Mobilität in schweren Zeiten.

1945

Luftangriff bringt Stadtverkehr zum Erliegen

Bei den Luftangriffen wurde der größte Teil des Fuhrparks des Stadtverkehrs vernichtet, so dass Weimar 1945 keine Verkehrsmittel mehr besaß.

1945 -1990 Öffentlicher Nahverkehr wird zum staatlichen Auftrag

1946

Auferstanden aus Ruinen – der Nahverkehr erwacht wieder

Nach Kriegsende musste der öffentliche Nahverkehr in Weimar von Grund auf neu organisiert werden. Mit wenigen verbliebenen Fahrzeugen wurde der Betrieb schrittweise wieder aufgenommen. Die sowjetische Besatzungsmacht und später die DDR-Behörden übernahmen die Koordination. Für die Bevölkerung bedeutete jeder fahrende Bus ein Stück Normalität.

1. Februar 1947

Geburtsstunde der legendären O-Bus-Linie 1

Der neu gebildete Rat der Stadt Weimar erhält die Genehmigung zur Errichtung einer O-Bus-Linie. Im 1. Bauabschnitt der Linie 1 von Ehringsdorf über den Goetheplatz, Hauptbahnhof zum Umspannwerk mit einer doppelpaarigen Leitungslänge von 6,8 Km wurden rund 30.000 Kg Oberleitungsmaterial in Kupfer, 375 Holzmasten, 60 Eisen- und Betonmaste, 300 m³ Beton, dazu Kurvenschienen, Halter, Weichen, Spannseile und eine Unmenge Kleinmaterial benötigt. Für die Einspeisung des Stromes wurden zwei Gleichrichteranlagen am Kirchberg und in der Amalienstraße mit je 500 KW - Leistung errichtet.

1948

O-Bus jetzt mit zwei Triebwagen und Anhänger

Endlich war es dann soweit, die erste O-Bus-Linie mit 2 Triebwagen wurde am 2. Februar zwischen Ehringsdorf und dem Umspannwerk in Betrieb genommen. Um den Ansturm der Bevölkerung gerecht zu werden wurden im November 1948 die ersten Anhänger eingesetzt.

1949

Erste Bilanz kann sich sehen lassen

Im Jahre 1949 werden vom Weimarer Stadtverkehr 2.211.816 Personen befördert. Die Busse haben beachtliche 118.814 Kilometer zurückgelegt.

1951

VEB Kraftverkehr übernimmt das Steuer

In der DDR wurde der öffentliche Nahverkehr zum staatlichen Auftrag. Der VEB Kraftverkehr übernahm den Busverkehr in Weimar und Umgebung. Das Liniennetz wurde ausgebaut, neue Fahrzeuge – vor allem Ikarus-Busse aus Ungarn – kamen zum Einsatz. Der ÖPNV wurde zum wichtigen Instrument der Daseinsvorsorge.

Der Fuhrpark umfasste 1951 6 Henschel-Triebwagen, 4 O-Bus-Anhänger und Omnibusse (4 Krupp, 5 Henschel). Im November des Jahre kommt der erste O-Bus aus DDR-Produktion zum Einsatz. Der Obus-Anhänger vom DDR-Typ W 701 wurden im Mähdrescherwerk Weimar und im Waggonbau Bautzen hergestellt und im Jahre 1956 in Dienst gestellt.

1954

Die O-Busse bekommen ein neues Zuhause

Im Sommer 1954 beginnt der Bau der neuen O-Bus-Halle. Die Bauarbeiten an der Obushalle gehen zügig voran. Am 29.04.1955 wurde Richtfest gefeiert. Im April 1957 erfolgt dann der vollständige Umzug in die "Neue Obushalle" in der Damaschkestraße (heute Tegut- Lebensmittel-Einzelhandel).

1959

Neue Ikarus-Busse aus Ungarn

Ab April 1959 sind auf den Stadtlinien in Weimar Omnibusse einer neuen Generation im Einsatz. Die "Ikarus"-Busse kommen aus Ungarn.

1963

Der letze Schaffner locht den Fahrschein

Ab 20. März werden Zahlboxen auf der Linie 2 eingeführt. Damit wird der schaffnerlose Verkehr eingeleitet. Ab 1. September 1963 ist endgültig Schluss für die Personen, die im Bus Fahrkarten verkaufen und kontrollieren. Die Linie 5 fährt schaffnerlos.

1. Juli 1965

"Belvedere-Express" wird Touristen-Attraktion

Der "Belvedere-Express" rollt zunächst vom Sportplatz Falkenburg bis zum Schloss Belvedere. Ab Juli 1966 startet das Barkas-Spezialfahrzeug mit Anhänger direkt in der Innenstadt am Goetheplatz. Die Ausflugslinie endet im September 1973.

1970

Die "Platte" braucht Anbindung

Mit dem Bau großer Wohnsiedlungen wie Weimar-West und Weimar-Nord wuchs der Bedarf an öffentlichem Nahverkehr. Neue Linien wurden eingerichtet, um die wachsenden Stadtteile ans Zentrum anzubinden. Die Taktung wurde verdichtet, der Busverkehr zur Lebensader der neuen Quartiere. Der Gelenk-Omnibus Ikarus 180 kommt im Stadtverkehr zum Einsatz.

1972

Stadtverkehr im Kombinat

Im Rahmen der zunehmenden Zentralisierung der DDR-Volkswirtschaft erfolgte die Eingliederung des VEB (K) Städtischer Verkehr Weimar in das VEB Verkehrskombinat Erfurt. 1972 verkehren 15 Obus-Triebwagen und 14 Omnibusse auf sechs Linien.

26. Oktober 1975

Entwertungssystem wird eingeführt

Fahrkarten werden jetzt im Bus entwertet. Ab Juli 1978 gibt es Monatskarten.

1986

Mehr Linien, dichter Takt – Weimar wächst zusammen

Das Liniennetz wächst und der Takt wird dichter. Der Stadtverkehr wird zum verlässlichen Partner für tausende Fahrgäste täglich und verbindet die Stadtteile immer enger miteinander.

Im Jahr 1986 werden 13.360.386 Fahrgäste befördert. Ein Höchststand der Maßstäbe setzt. Die ersten Gelenkobuszüge Ikarus 280 T helfen mehr Personen zu transportieren. Rekonstruktionsarbeiten zur Eröffnung der 2. Obuslinie erfolgen.

1990-1996 Aufbruch in eine neue Zeit

1990

Neue Freiheit, neue Herausforderungen – der Nahverkehr im Umbruch

Mit dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung stand auch der öffentliche Nahverkehr in Weimar vor einem Neuanfang. Die alten Strukturen des VEB Kraftverkehr wurden aufgelöst. Es begann eine Phase der Neuorganisation – mit der Frage, wie der Nahverkehr künftig betrieben werden sollte.

Trier und Fulda helfen mit 10 Omnibussen dem Stadtverkehr Weimar.
30.11.1990 werden 10 Daimler-Benz-Omnibussen übergeben. Am Goetheplatz steht 1991 ein Verkaufswagen für die Tickets.

1992

Der städtische Eigenbetrieb bekommt neue Busse

1991 wurde der öffentliche Nahverkehr in Weimar als städtischer Eigenbetrieb organisiert. Die Stadt übernahm die Verantwortung für Planung, Betrieb und Finanzierung des Busverkehrs. Ziel war es, den ÖPNV den neuen Gegebenheiten anzupassen und langfristig zu sichern.

Im März 1992 kam die erste Matrixzielanzeige am Bus zum Einsatz. Am 29. Mai 1992 auf dem Fürstenplatz (jetzt "Platz der Demokratie") werden die neuen Daimler-Benz Busse an die Stadt Weimar übergeben.

1997-2004 Neuorientierung mit 100 Jahren Erfahrung

1997

Gebündelte Kräfte – der öffentliche Nahverkehr wird Teil der Stadtwerke Weimar

1997 wurde der Verkehrsbetrieb in die Stadtwerke Weimar integriert. Unter einem Dach vereinten sich nun Energie, Wasser und Mobilität. Die Bündelung ermöglichte Synergien und eine bessere Koordination städtischer Dienstleistungen.

1999

100 Jahre Stadtverkehr in Weimar

2002

Ein Dach für alle – die Stadtwirtschaft übernimmt

Mit der Gründung der Stadtwirtschaft Weimar GmbH im Jahr 2002 wurde der öffentliche Nahverkehr Teil eines umfassenden kommunalen Unternehmens. Neben dem Stadtverkehr gehören seitdem auch Schwimmbäder, Parkhäuser und weitere Einrichtungen zur Stadtwirtschaft. Der Stadtverkehr Weimar firmiert seither unter diesem Dach.

In den 2000er Jahren investierte die Stadtwirtschaft in eine moderne Busflotte. Niederflurbusse ermöglichten barrierefreies Ein- und Aussteigen. Neue Motoren senkten den Schadstoffausstoß. Die Fahrgäste profitierten von mehr Komfort und besserer Ausstattung.

2005-2022 Mehr Service im Verbund

2005

Eintritt in den Verkehrsverbund Mittelthüringen schafft bessere Vernetzung

Mit dem Verbundtarif des VMT können Fahrgäste in der Region Mittelthüringen mit nur einem Ticket einfach zwischen Bussen, Bahnen und Straßenbahnen umsteigen und weiterfahren. Häufiges Anstehen für unterschiedliche Tickets bei mehreren Verkehrsunternehmen gehört so der Vergangenheit an.

Einführung "elektronischer Fahrscheindrucker", Abschaffung der Blockfahrkarten.

2006

Neue Leitstelle in der Industriestraße

Mit der neuen Leitstelle wurden neue Servicemöglichkeiten geschaffen. Mit der Einführung digitaler Fahrgastinformationssysteme begann eine neue Ära. Elektronische Anzeigen an Haltestellen informieren in Echtzeit über Abfahrten und Verspätungen. Eine App ermöglicht die Fahrplanauskunft von unterwegs. Der Stadtverkehr Weimar wurde vernetzter und kundenfreundlicher.

2010

Cabrio-Bus bringt Gäste zur 111-Jahre-Feier

Eine bewegte Geschichte beginnt. Am 5. Juni 2010 fand auf dem Gelände der Stadtwirtschaft Weimar das Jubiläum "111 Jahre Stadtverkehr Weimar" statt. Damit die Besucher in die Industriestraße gelangen wurde ein Shuttlebusverkehr eingerichtet. Als Shuttlebus diente der aus Erfurt ausgeliehene "Cabrio-Bus".

2014

Weimarer Busse werden zur Informationsstelle für Weimar

Inbetriebnahme der DFI am Wielandplatz und Austausch der DFI am Hauptbahnhof.

Neue MAN-Omnibusse mit dem neuen Bordrechner ITT (Intelligenter Touch Terminal) werden angeschafft. Vier Niederflur-Gelenkzüge und drei Niederflur-Solofahrzeuge werden neu zugelassen.

Ab 2015 kommen neue Multifunktionsdisplays In 8 Bussen zum Einsatz. Auf den Monitoren wird die Haltestellenfolge dargestellt, sowie sämtliche Fahrgastinformationen gezeigt.

2016

Ausbildung von Busfahrern wird in die eigenen Hände genommen.

Die Stadtwirtschaft Weimar GmbH begrüßt seinen ersten Auszubildenden im Unternehmen und setzt damit einen neuen Meilenstein zukünftig den Busfahrernachwuchs selbst groß zu ziehen.

ab 2023 das Wasserstoff-Zeitalter beginnt

2023

Elektrobusse und neue Konzepte – H2 statt CO2

Die Stadtwirtschaft Weimar arbeitet an der weiteren Modernisierung des Stadtverkehrs. Elektrobusse, alternative Antriebe und neue Mobilitätskonzepte stehen im Fokus. Ziel ist ein klimafreundlicher, attraktiver ÖPNV, der Weimar auch in Zukunft mobil hält – bezahlbar, zuverlässig und nachhaltig.

Die Stadtwirtschaft Weimar startet das thüringenweit einmalige Pilotprojekt: H2 statt CO2. Am 9. November 2023 eröffneten Umweltminister Bernhard Stengele und der Weimarer Oberbürgermeister Peter Kleine zusammen mit den beiden Geschäftsführern der Stadtwirtschaft Weimar, Bernd Wagner und Jörn Otto, feierlich die neue Wasserstoffinfrastruktur auf dem Stadtwirtschafts-Betriebsgelände: drei Wasserstoffbusse, eine Wasserstofftankstelle und eine extra Wasserstoffwerkstatt.

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